Besuch von Kloster und Glashaus

40 Frauen liessen sich vom "Eptingercar"-Chauffeur Andi Althaus in die Ostschweiz führen. Erstes Ziel war in der Nähe von Frauenfeld, zwischen Rebberg und Thur, die Kartause Ittingen. Nach der Stärkung mit Kaffee und Gipfeli führte nicht etwa ein Kartausermönch die Frauengruppen durch die geschichtsträchtige ehemalige Klosteranlage. Erstens wären zu jener Zeit keine Frauen geduldet worden und zweitens gibt es seit 1848 keine Mönche mehr dort, sondern Mitglieder der Stiftung, die 1977 die Kartause kaufte. Sie restaurierte die Gebäude und führte sie neuen Zwecken zu. Heute dient die 1152 gegründete Augustinerpropstei, die 1461 an den Kartäuserorden überging, als Hotel, Restaurant, Seminar- und Tagungshotel, Kunstmuseum, Gutsbetrieb und Werk- und Wohnmöglichkeit für behinderte Erwachsene. Der beeindruckende Rundgang durch die Barockkirche, die ehemaligen Klosteranlage mit Mönchshäuschen und den dazugehörenden Kräutergarten machte Hunger. Nach dem Mittagessen im Restaurant Kreuz ergab sich die Gelegenheit für einen Verdauungsspaziergang am Hüttwilersee.

Zurück in Warth fädelte der Car vor ein Haus mit auffallender Glasfassade ein. Die Glaskünstlerin Bettina Eberle führt den Familienbetrieb zusammen mit ihrem Mann Markus und den beiden erwachsenen Kindern. Die Glasdesignerin kann sich voll der kreativen Seite ihres jetzigen Berufs widmen mit der Tochter an ihrer Seite und dank Mann und Sohn, die Marketing, Administration und Verkauf übernehmen. Auf raffiniert beleuchteten Gestellen flatterten Hühner in diversen Farben und Formen, tanzen transparente Engel in verschiedenen Grössen wie Ballettcorps und posierten Katzen in fantasievollen Varianten. Die ursprünglich als Kauffrau ausgebildete Bettina Eberle geriet über Umwege wie Töpfern, Porzellanmalen, das sie In Saudi Arabien in Kurse unterrichtete, zum Werkstoff Glas. Im Werkraum informierte sie über den Werdegang von Fensterglasscheiben bis zu den transparenten oder in leuchtenden Farben und Formen vollendeten Deko- und Gegenständen für die Tischkultur. Damit aus diesem Rohmaterial, das aus Quarzsand, Natron und Kalk besteht, in den Brennöfen bei Temperaturen bis über 800 Grad C solch wunderbare Schalen und Vasen in den Farben Rot, Orange, Blau, Eisblau und Schwarz entstehen und zu den Kunden gelangen, gehen sie bis 15-mal durch die Hände der Glaskünstlerin und ihrer Familie. Glas in der Architektur erlebte die durstig gewordene Gruppe beim Apéro im 1. Stock, der mit seiner aussichtsreichen Terrasse als Schauraum dient. Bei Muff in Sissach und Atrium in Liestal ist die Glaskunst von Bettina Eberle erhältlich. Die Erlebnisse dieser Reise ergaben genug Gesprächsstoff, um die durch Staus verzögerte Rückreise zu füllen.

Infos für die Daheimgebliebenen: www.kartause.ch und www.bettina-eberle.ch.



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Bericht und Fotos: Ursula Handschin